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Der falsche Geschäftsführer auf LinkedIn: Wie Impersonation im B2B abläuft und was in den ersten 24 Stunden zählt

Ein Fake-Profil ist selten das Ziel, sondern das Werkzeug. Wie Impersonation von Geschäftsführung und Mitarbeitenden aufgebaut ist, wohin sie führt, und die Reihenfolge Beweise, Meldung, Warnung, Prozessprüfung für den ersten Tag.

Ein Fake-Profil der Geschäftsführung ist selten das Ziel, sondern das Werkzeug.
Ein Fake-Profil der Geschäftsführung ist selten das Ziel, sondern das Werkzeug.

Wie ein Fall aufgebaut ist

Die Angreifer brauchen wenig: ein Foto und einen Lebenslauf von Deiner Website, ein paar echte Kontakte, die das Profil glaubwürdig machen, und Geduld. Das Profil sammelt einige Wochen Verbindungen, bevor es aktiv wird. Dann geschieht eines von vier Dingen.

  • Ein Mitarbeitender bekommt eine Nachricht der Geschäftsführung mit der Bitte um eine eilige, vertrauliche Überweisung oder um Gutscheinkarten.
  • Ein Lieferant oder Kunde bekommt eine geänderte Bankverbindung, angeblich wegen einer Umstellung.
  • Ein Bewerber bekommt ein Jobangebot mit der Bitte um Ausweiskopie, Steuernummer und Kontodaten, oft über eine gefälschte Stellenanzeige im Namen Deiner Firma.
  • Ein Kontakt bekommt einen Link auf eine Lookalike-Domain, hinter der ein gefälschtes Login wartet.

In allen vier Fällen ist das Profil nur die Bühne. Wer das Profil meldet und den Rest ignoriert, hat das eigentliche Risiko übersehen.

Die vier Schritte des ersten Tages

1. Beweise sichern

Profil, Nachrichten, Stellenanzeige, Verbindungen: alles mit Zeitstempel, bevor die Plattform das Profil entfernt und mit ihm die Beweise. Screenshots allein reichen selten; die URL, das Datum und wenn möglich eine archivierte Kopie gehören dazu. Diese Sicherung ist die Grundlage für alles Weitere, von der Meldung bis zur Anzeige.

2. Profil melden

Über das Impersonation-Formular der Plattform, nicht über den allgemeinen Melden-Knopf. LinkedIn und die anderen Netzwerke haben eigene Verfahren für Identitätsmissbrauch, die eine Prüfung mit Ausweis der imitierten Person vorsehen und deutlich schneller laufen als eine gewöhnliche Beschwerde. Wer als Unternehmen mehrere Profile betroffen hat, meldet gebündelt.

3. Intern warnen

Belegschaft, Vertrieb, Buchhaltung, Personalabteilung: ein kurzer Hinweis, dass ein falsches Profil unterwegs ist, mit dem Namen, den es benutzt, und dem Satz, dass Zahlungs- und Datenanfragen über soziale Netzwerke grundsätzlich nicht bearbeitet werden. Bei gefälschten Stellenanzeigen zusätzlich ein Hinweis auf der Karriereseite.

4. Zahlungsfreigabe prüfen

Die Frage, die am ersten Tag beantwortet werden muss: Kann jemand in Deinem Unternehmen auf eine Nachricht der Geschäftsführung hin eine Überweisung auslösen oder eine Bankverbindung ändern, ohne dass eine zweite Person über einen anderen Kanal bestätigt? Wenn ja, ist das die Lücke, auf die das Profil zielt, und sie ist wichtiger als das Profil.

Warum das Profil zurückkommt

Nach der Entfernung entsteht das nächste Profil, mit leicht verändertem Namen, anderem Foto, anderen Verbindungen. Das Muster bleibt, solange es funktioniert. Wirksam ist deshalb nicht die Einzelmeldung, sondern der Prozess: laufende Überwachung von Markennennungen und Profilen, ein fester Meldeweg intern, und eine Zahlungsfreigabe, die dem Angriff den Sinn nimmt.

Was wir übernehmen

Wir überwachen Markennennungen und Profile in sozialen Netzwerken, sichern Beweise mit Zeitstempel, melden über die Impersonation-Verfahren der Plattformen und verfolgen die Meldung bis zur Entfernung. Gleichzeitig sperren wir Lookalike-Domains aus der Kampagne in Deinem Netz und in den Mailfiltern, damit der Link, der auf das Profil folgt, ins Leere läuft. Die Prüfung Deines Zahlungsfreigabeprozesses gehört zur Betrugsprävention, und dort machen wir weiter.

Häufig gestellte Fragen

Muss die imitierte Person die Meldung selbst abgeben?

Bei den meisten Netzwerken kann das Unternehmen melden, die Prüfung verlangt aber häufig einen Identitätsnachweis der betroffenen Person. Praktisch heißt das: Die Geschäftsführung sollte wissen, dass eine Meldung läuft, und für eine Ausweisprüfung erreichbar sein.

Sollte ich Kunden und Lieferanten aktiv informieren?

Wenn das Profil bereits Kontakte aus Deinem Umfeld angeschrieben hat, ja, kurz und sachlich: Es gibt ein falsches Profil, Zahlungs- und Bankdatenänderungen kommen von uns nie über soziale Netzwerke, bei Zweifel bitte anrufen. Das nimmt dem Angriff den Boden, ohne Panik zu erzeugen.

Ist Impersonation strafbar?

Je nach Ablauf kommen Betrug, Fälschung beweiserheblicher Daten und Verstöße gegen das Datenschutzrecht in Betracht. Eine Anzeige ist sinnvoll, wenn ein Schaden entstanden ist oder Daten abgeflossen sind, und sie braucht die Beweissicherung vom ersten Tag.

Quellen

  1. LinkedIn Hilfe: Fake-Profil oder Identitätsmissbrauch melden
  2. CAVRIX: Rechnungsbetrug im Mittelstand, Fake President und Zahlungsumleitung
  3. CAVRIX: Markenschutz und Takedown für den Mittelstand
  4. CAVRIX: Betrugsprävention

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